Wie entstehen Allergien bei Kindern? Was löst Allergien aus? In einem Punkt ist sich die Wissenschaft einig: Der größte Risikofaktor ist die Veranlagung. Wenn beide Eltern unter Allergien leiden, besteht ein ziemlich hohes Risiko, dass diese auch beim eigenen Kind auftreten. Ein weiterer Aspekt sind unsere modernen Hygienestandards. Viele Eltern denken, dass ihr Nachwuchs sofort krank wird, wenn im Matsch gespielt wird. Das ist aber Quatsch! Buddeln im Dreck, Toben im Park und Streicheln von Tieren bewirkt nämlich genau das Gegenteil. Es stärkt tatsächlich die körpereigene Abwehr. Die meist ungefährlichen Mikroorganismen sind wichtige Reize für den kleinen Körper, die dem Immunsystem helfen, sich zu entwickeln. Fehlt dieses Training, so richtet sich die Immunabwehr auch gegen harmlose Substanzen wie Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben.
Niesen, husten, jucken: Welche Allergien und Symptome gibt es eigentlich?
Eine Allergie bei Ihrem Kind zu erkennen, ist nicht immer ganz leicht. Grundsätzlich ist es so, dass die allergischen Symptome bei Kindern quasi die gleichen sind wie bei Erwachsenen. Problematisch ist leider, dass die Anzeichen oft auch zu anderen Erkrankungen passen. An die typischen Symptome einer Allergie denken viele Eltern gar nicht, wenn sie nicht selbst unter einer leiden. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Allergien es eigentlich gibt.
Symptome richtig deuten: Neurodermitis erkennen!
Eine Neurodermitis zu erkennen, fällt vergleichsweise leicht. Sie ist eine Hautkrankheit, die in in Stufen verläuft und bereits bei Babys auftreten kann. Zu Beginn der Erkrankung bildet sich im Gesicht, an den Armen und Beinen der betroffenen Kinder sogenannter Milchschorf – ein, wie der Name schon verrät, krustiger, schorfiger Ausschlag. Die Haut wird rot, nässt und juckt stark. Es zeigt sich das typische Bild eines Ekzems. Am häufigsten beobachten Ärzte eine Neurodermitis bei Kindern nach der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren. Im Kleinkindalter bessert sich das Krankheitsbild oft. Ob die Neurodermitis Ihres Kindes das Symptom einer Allergie ist, sollten Sie auf jeden Fall mit Eurem Kinderarzt bzw. Eurer Kinderärztin besprechen und gegebenenfalls einen Allergietest machen.
Symptome richtig deuten: Heuschnupfen erkennen.
Ein Heuschnupfen ist für Eltern schon schwieriger zu erkennen. Gerade im Januar und Februar, wenn die klassische Erkältungszeit ist, fliegen bereits fröhlich Pollen von Frühblühern wie Birke oder Erle. Viele Eltern vermuten oft, dass die laufende Nase ihres Kindes auf eine ganz normale Erkältung und die geröteten Augen auf eine Bindehautentzündung hinweisen. Wenn die Symptome nicht nach drei bis vier Tagen verschwinden (das ist der typische Zeitraum für eine Erkältung), sollten Sie wachsam sein. Das könnte nämlich ein erstes Anzeichen für eine Allergie sein. Wie bei der Neurodermitis empfehlen wir professionelle Hilfe zu konsultieren. Wenn Sie wissen wollen, welche Pollen gerade fliegen, dann schauen Sie einfach beim Polleninformationsdienst des Deutschen Wetterdienstes vorbei. Dieser prognostiziert außerdem, wie hoch die Pollenbelastung am jeweiligen Tag in Deiner Region ausfällt.
Symptome richtig deuten: Nahrungsmittelallergie erkennen.
Lebensmittelallergien sind bei Säuglingen und Kleinkindern eher selten. Das ist auch gut so, denn sie sind für Eltern nur schwer zu erkennen. Die Symptome sind oft sehr unspezifisch, zum Beispiel Bauchschmerzen oder Durchfall. Beides kommt sehr häufig vor, weshalb es lange dauern kann, bis Eltern an eine Allergie denken. Um herauszufinden, wogegen Ihr Kind allergisch sein könnte, sollten Sie ein Ernährungstagebuch führen, in dem Sie alle gegessenen Lebensmittel notierst. So finden Sie heraus, was die Allergie auslöst. Wenn Sie merken, dass Sie damit nicht weiterkommen, empfehlen wir Ihnen auch hierfür ärztliche Unterstützung zu holen.
Mama, was ist eine Allergie?
Wenn Ihr Kind eine Allergie entwickelt hat, wird es Sie wahrscheinlich mit Fragen löchern. Das ist auch gut, denn so lernt es seine Symptome und Einschränkungen besser zu verstehen. Wir haben für Sie einige Beispiele zusammengetragen, wie Sie mit Ihrem Schatz die Allergie besprechen können:
Warum darf ich keinen Hund haben?
“Viele Haustiere, wie Hunde, Katzen oder Hasen, haben im Fell kleine Teilchen, von denen Du husten musst und rote Augen bekommst. Wir können aber Fische oder Schildkröten halten, auf die bist du nicht allergisch.”
Warum muss ich husten / jucken / niesen?
“Das kommt von ganz kleinen, fast unsichtbaren Teilchen. Die sind in der Luft / auf dem Hund / auf Erdnüssen. Eigentlich sind diese Teile lieb, aber Dein Körper denkt, dass sie böse sind und wehrt sich gegen sie. Und dieses Wehren macht er mithilfe von husten / jucken / niesen.”
Warum muss ich Medizin nehmen?
“Die Medizin sorgt dafür, dass du nicht mehr husten / kratzen / niesen musst. Dank ihr kannst Du wieder draußen spielen / mit deinen Freunden in den Zoo / Erdnüsse essen.”
Warum muss mein Teddy ins Gefrierfach?
“Dein Teddy hat kleine Tierchen im Fell, die ihn überall kitzeln. Im Gefrierfach wird er sie los, das ist für ihn wie ein erholsames Bad. Und damit er auch ganz sauber wird, darf er danach noch in die Waschmaschine. Dann könnt Ihr auch endlich wieder kuscheln.”
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Kinder und Sport – ein zukunftsrelevantes Zusammenspiel für eine gesündere Gesellschaft von morgen. Gerade in unserer digitalisierten Welt, in der sich Kinder kaum noch bewegen “müssen”, ist es wichtig, ihnen Alternativen zu YouTube, Spielekonsolen & Co. aufzuzeigen und ihren natürlichen Bewegungsdrang zu wecken. Andernfalls kann es zu schwerwiegenden Konsequenzen kommen. Neben Defiziten bei Bewegungsabläufen können Kinder auch geistig und sozial hinter Gleichaltrigen zurückbleiben.